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phở·suppe
Rezept · Vietnamesisch

Phở Bắc – Pho aus Hanoi

Die nordvietnamesische Urform der Phở: klare Knochenbrühe, breite Nudeln, rohes Rind – ohne Hoisin, ohne Kräuterteller. Puristisch und unverkennbar.

Vorbereitung
30 min
Kochzeit
6 h
Portionen
4–6 Portionen
Niveau
Mittel
Zubereitung

Schritt für Schritt

  1. Knochen blanchieren

    Markknochen und Beinscheibe in einen großen Topf legen, mit kaltem Wasser bedecken, aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen. Abgießen und Knochen unter fließendem Wasser gründlich abbürsten – dieser Schritt ist entscheidend für die klare Hanoier Brühe.

  2. Zwiebel und Ingwer anrösten

    Zwiebelhälften und Ingwer direkt auf einem Gasbrenner oder unter dem Backofengrill bei höchster Hitze 5–8 Minuten anbrennen lassen, bis die Schnittflächen schwarz und blasig sind. Leicht abkühlen, dann abschaben. Die Röstaromen sind das Fundament der Hanoier Brühe.

  3. Gewürze rösten

    Sternanis, Zimtstange, Nelken und den aufgebrochenen schwarzen Kardamom in einer trockenen Pfanne 2–3 Minuten bei mittlerer Hitze rösten, bis sie intensiv duften. In ein Gewürzsäckchen füllen.

  4. Brühe ansetzen

    Blanchierte Knochen, Beinscheibe und Rinderbrust in den großen Topf geben, 3 Liter frisches kaltes Wasser auffüllen. Aufkochen, sofort auf kleinste Stufe reduzieren. Zwiebel, Ingwer und Gewürzsäckchen hinzugeben. In den ersten 30 Minuten sorgfältig abschäumen.

  5. Lange und sanft köcheln

    Rinderbrust nach etwa 1,5 Stunden herausnehmen, wenn sie durch ist, und beiseitelegen. Knochen und Beinscheibe insgesamt 5–6 Stunden bei niedrigster Hitze ziehen lassen – die Oberfläche darf nur leise simmern, nie sprudelnd kochen. Am Ende durch ein feines Sieb gießen und entfetten.

  6. Brühe würzen

    Klare Brühe mit Fischsauce und Kandiszucker abschmecken. Phở Bắc ist bewusst schlicht: klar, würzig, aromatisch – kein Hoisin, kein Sriracha, kein üppiger Kräuterteller. Nur die Brühe selbst trägt das Gericht.

  7. Reisnudeln vorbereiten

    Breite bánh phở 20–30 Minuten in kaltem Wasser einweichen, dann portionsweise in kochendem Wasser 30 Sekunden blanchieren. In vorgewärmte Schalen verteilen.

  8. Fleisch und Garnitur

    Rinderbrust quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden. Das rohe Rinderfilet (tái) so dünn wie möglich aufschneiden. Brust und rohes Rind auf die Nudeln legen.

  9. Anrichten und servieren

    Kochend heiße Brühe über das Fleisch schöpfen – das tái gart sofort rosé. Frühlingszwiebelringe und rohe weiße Zwiebelringe darüberstreuen, großzügig schwarzen Pfeffer mahlen. Sofort und heiß servieren – keine weiteren Beilagen, das ist Hanoier Stil.

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Phở Bắc: Weniger ist mehr

In Hanoi wird Phở nicht mit einem Kräuterteller serviert. Keine Thai-Basilikum-Blätter, kein Hoisin, keine Sriracha – das gilt hier als Verfälschung. Die Hanoier Phở lebt von der Brühe selbst: kristallklar, tief aromatisch, mit präzise dosierten Gewürzen. Das Geheimnis liegt in der langen, geduldigen Kochzeit und dem sorgfältigen Abschäumen. Mehr über die regionale Vielfalt im Vergleich: Phở Nam aus Saigon.

Der Unterschied zu südlicher Phở

Phở Bắc verwendet breitere Nudeln (bis 10 mm) und weniger Gewürze als die Saigoner Variante. Die Brühe ist weniger süß – in Hanoi kommt kaum Kandiszucker in den Topf. Statt des üppigen Kräutertellers gibt es nur Frühlingszwiebeln und hauchdünne rohe Zwiebelringe sowie frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer. Wer die Unterschiede tiefer verstehen möchte, liest den Pho-Brühen-Guide.

Klar wie Kristall – Technik für die Brühe

Eine trübe Brühe ist in Hanoi ein Zeichen für schlechte Technik. Drei Regeln: Knochen immer erst blanchieren, die Brühe niemals kochen lassen (nur simmern), in den ersten 30 Minuten konsequent abschäumen. Wer diese drei Schritte einhält, bekommt eine Brühe, die sich fast wie ein Spiegel verhält. Alle Equipment-Empfehlungen für Suppentopf und Sieb findest du in der Equipment-Übersicht.

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