Pho ohne Sternanis — so gelingt sie trotzdem
Kein Sternanis im Haus, Allergie oder einfach nicht dein Geschmack? Ersatz-Gewürze, angepasstes Mengen-Schema und Tipps für eine trotzdem runde Pho-Brühe.
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Wer braucht ein Rezept ohne Sternanis?
Sternanis (hoa hồi) ist DAS prägende Aroma der klassischen Phở-Brühe — süßlich, lakritzartig, mit einer leicht kühlenden Schärfe. Trotzdem gibt es gute Gründe, ihn wegzulassen oder zu ersetzen:
- Allergie oder Unverträglichkeit — Sternanis enthält Anethol, dasselbe Aromastoff wie in Fenchel und Anis; bei bekannter Anis-Allergie ist Vorsicht geboten, im Zweifel ärztlich abklären.
- Geschmack — manche empfinden das lakritzartige Aroma als zu dominant oder medizinisch.
- Vorrat leer — der Klassiker: Alles im Haus außer genau dem einen Gewürz.
In allen drei Fällen lässt sich eine überzeugende Brühe kochen — mit ein paar Anpassungen am Gewürzprofil. Die Grundlagen zu allen Pho-Gewürzen findest du in unserem ArtikelSternanis, Zimt & Co., das komplette Grundrezept unter Rinderbrühe perfekt.
Die besten Ersatz-Gewürze
Kein einzelnes Gewürz ersetzt Sternanis eins zu eins — aber eine Kombination kommt dem Original erstaunlich nahe:
- Fenchelsamen — liefern einen Teil des gleichen süßlich-anisartigen Aromas (auch sie enthalten Anethol, bei Anis-Allergie also ebenfalls mit Vorsicht genießen). Sie sind milder und weniger intensiv als Sternanis, daher großzügiger dosieren.
- Nelken — die Menge leicht erhöhen. Nelken bringen Wärme und eine feine Süße, die einen Teil der fehlenden Tiefe auffängt.
- Mehr Zimt — Cassia-Zimt großzügiger dosieren. Er trägt die Brühe mit Süße und Wärme und kaschiert das Fehlen von Sternanis erstaunlich gut.
- 5-Gewürze-Pulver (ngũ vị hương), sparsam dosiert — enthält meist ebenfalls Sternanis, aber in geringer, verdünnter Menge zusammen mit Zimt, Nelke, Fenchel und Sichuanpfeffer. Nur bei Geschmacks- oder Vorratsgründen sinnvoll, bei einer Anis-Allergie wegen des enthaltenen Sternanis-Anteils nicht geeignet.
Angepasstes Mengen-Schema (für ca. 4 Liter Brühe)
Als Ausgangspunkt für die klassische Gewürzmischung mit Sternanis dienen etwa 4–5 ganze Sterne. Fällt Sternanis komplett weg, sieht ein angepasstes Schema so aus:
| Gewürz | Klassisch (mit Sternanis) | Ohne Sternanis |
|---|---|---|
| Sternanis | 4–5 Stück | — |
| Fenchelsamen | 1 TL | 2–3 TL |
| Cassia-Zimtstange | 1 Stange | 1,5–2 Stangen |
| Nelken | 4–5 Stück | 6–8 Stück |
| Schwarzer Kardamom | 2 Kapseln | 2–3 Kapseln |
| Koriandersamen | 1 EL | 1 EL |
Wie beim klassischen Rezept gilt: alle Gewürze zuerst trocken in der Pfanne anrösten, bis sie duften, dann in ein Gewürzsäckchen geben und für 30–45 Minuten in der köchelnden Brühe ziehen lassen — danach wieder entfernen, damit nichts bitter wird.

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Wer keine Lust auf Einzelgewürze hat, kann auch mit einer fertigenPho-Gewürzmischung starten und Sternanis-Stücke daraus einfach heraussortieren, bevor das Säckchen in die Brühe kommt — die übrigen Gewürze (Zimt, Nelke, Kardamom, Koriander) tragen dann einen größeren Anteil des Aromas.
Fazit
Eine Phở ohne Sternanis schmeckt anders, aber nicht schlechter — etwas wärmer, zimtiger, weniger lakritzartig. Mit etwas mehr Fenchel, Nelke und Zimt bleibt die Brühe trotzdem rund und komplex. Wer experimentierfreudig ist, findet mit der Zeit sein eigenes, sternanisfreies Lieblingsprofil.